Peter Cornelius

Peter Cornelius

Peter Cornelius: Österreichs Genie unter den Singer/Songwritern

Am Freitag trat Cornelius mit seiner Band zum ersten Mal im Kulturzentrum Lenzing auf. Es waren nur vier Leute auf der Bühne: Er selbst als grandioser, nicht zu fassender, weil unglaublich gewandter und könnender Gitarrist und Sänger, dazu kamen sein Jazz-Bassist Matt Baumann, Robert Schmidt an den Keyboards sowie der hart arbeitende und so wie seine Bühnenkollegen super-talentierte Schlagzeuger Alex "Sushi" Schuster.

Cornelius als den "Peter Frampton Österreichs" zu bezeichnen wäre nicht fair. Denn Frampton selbst, dieser englische Wunderknabe unter den Gitarristen (siehe das bis heute zweitmeistverkaufte Live-Album der Geschichte, "Frampton Comes Alive"), wäre angesichts eines Cornelius-Konzerts sicher nicht böse, wenn man ihm sagen würde, er sei der "Peter Cornelius Englands".

Der "unsrige" Peter spielt Gitarre nicht bloß, er lebt, er liebt sie. Seine Fähigkeiten, mit sechs Saiten umzugehen, sind ebenso genial wie seine Songschreiber-Fähigkeiten. Was Peter Cornelius uns zu sagen hatte – vor mehr als 40 Jahren, vor 30, 25, 20 Jahren und noch heute –, das alles trifft einen Nerv. In Lenzing am Freitagabend hatte Cornelius Zuschauer zugegen, die all das zu verstehen imstande waren. Ob "Süchtig", "Es wird immer sein, wie’s immer war", "Streicheleinheiten", "Reif für die Insel", "Wenn das Geld ausgeht", "Ganz Wien hat den Blues", "Segel im Wind", die bombastische und das Thema ECHTE Freundschaft behandelnde Nummer "Wenn der Wind zum Sturm wird" oder die Liebeserklärung der Liebeserklärungen "Du entschuldige, i kenn di": Peter Cornelius ist so ein Gigant, ist so ein unglaublicher Gitarrenkönner, so ein fantastischer Musiker und leibhaftiger Singer/Songwriter, dass er ohne Pathos und Großtuerei echte Gefühle und Lebenserfahrungen herüberzubringen weiß. Er ist unser größter, er ist unser wahrer Songschreiber. Hoffentlich erkennen das alle.

Text: Gary Sperrer (OÖN)