Elke Winkens

Elke Winkens

Jetzt hat es Elke Winkens also in einen Burlesque-Club verschlagen: Doch der erhoffte Striptease ist weniger ein realer, als viel mehr einer der Seele der Reinigungsfachkraft Gerda. Oder sollte man vielleicht lieber Floor Managerin sagen? Oder doch Cleaning Lady oder Bodenkosmetikerin? Ja, auch dieses Sprachspiel, das sich in den letzten Jahren ereignet, kommt vor: Die Tätigkeit bleibt dieselbe doch die Bezeichnungen dafür werden immer „schöner“. Damit aber auch die Unterhaltung nicht zu kurz kommt, warnt Gerda gleich zu Beginn: „Wenn ich putze, dann singe ich!“

So erzählt also Gerda, von ihrem Lebensweg, von ihren kleinen aber auch großen Träumen, ihren Erfahrungen in den unterschiedlichsten Haushalten aber auch von ihrem Ehemann Karli. Mit dem ist sie nicht so ganz glücklich, aber irgendwie dann doch wieder. Und dazu träumt sie vom großen Lottogewinn, vor dem sie dann aber auch wieder Angst hat. Denn will sie dazugehören zu den Versnobten im Cottage-Viertel Wiens? Und so erlebt man einen immer wieder überraschenden Abend mit den Höhen und Tiefen des menschlichen Seins, aber nur Höhen des darstellerischen Könnens von Elke Winkens. Dabei kommt auch Sozialkritik nicht zu kurz, wenn es zum Beispiel darum geht, dass Putzfrauen oftmals schwarz arbeiten müssen.

Winkens brilliert mit viel Wortwitz und Sprachspiel, bezieht das Publikum mit ein – immer eine Herausforderung, da ja nie gewiss ist, ob und wie reagiert wird – und liefert auch mit ihren Stimmenimitationen eine unterhaltsame Show ab. Natürlich wirft sie sich auch in das eine oder andere Burlesque-Outfit, das die Schönen der Nacht zurückgelassen haben, und schwingt das Tanzbein! Und so gab es im Verlauf des knapp zweistündigen Abends viel Gelächter und am Ende viel Applaus.